Hamm – Hirtshals

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Es geht los, wir fahren nach Island…aber erstmal nach Norden. Wir wollen in Maasholm übernachten.

Über A2/A7 Hannover-Hamburg-Rendsburg – keine Probleme, kleiner Auffahrunfall im Elbtunnel, Gottseidank auf der Gegenfahrbahn. Hinter der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal, die B203 rechts rein und über Eckernförde / Kappeln / Maasholm dem Ziel entgegen. In Kappeln, 500m hinter der Scheibrücke rechts auf die B199, dann die L277 rechts rein nach Maasholm. An der Ecke ist eine Aalräucherei – aber wir haben nicht angehalten, wir wollen heute Abend in Maasholm Essen gehen. Vor Wörmshöft links in the K111 nach Hasselberg / Campingplatz Gut Oehe. Das Navi zeigte den Weg über Maasholm-Bad, der Weg ist zwar kürzer, aber dann gesperrt bzw. als Fußweg ausgewiesen.

In Wörmshöft steht die Mühle an der Schlei, in der wir mit der ganzen Familie ca. 1973 gemeinsam Urlaub gemacht haben (Vater noch mit seinem Schlauchboot Katamaran). Der Campingplatz ist der Gleiche auf dem wir 1979 nach dem Abitur ein paar Wochen verbracht haben.

So kommt man an die alten Wirkungsstätten wieder zurück. Es gibt ein neues Waschhaus – aber die Original Toilettenhäuser von 1979 gibt es auch noch (modernisiert). Es riecht auch noch so, wie in der Erinnerung – Heckenrosen, Grass, Ostsee, Seetang. Ist aber auch schön, direkt am Meer. Es gibt einen Einkaufsmarkt – so kaufe ich erstmal ein paar Flens, kalt. “Plop in den Urlaub”.

Wir sind den ganzen Tag vor dem Regen hergefahren, jetzt wo wir stehen, holt uns der Regen ein. Ein kräftiger Schauer – dann lässt der Regen nach, das Gewitter zieht aufs Meer und wir machen uns auf den Weg nach Maasholm.

Der Fußweg nach Maasholm ist doch weiter, als ich gedacht habe, aber nach der langen Fahrt schadet Bewegung nicht. Im Störtebecker haben wir dann Maasholmer Fischsuppe, gebratenen Aal und Fischplatte gegessen.

Fischerhafen in Maasholm

Dann ging es auf dem Deich wieder zurück zum Zeltplatz.

Am nächsten Mogen regnet es. Als der Regen kurzzeitig nachlässt, fahren das Aufstelldach runter und machen uns auf den Weg über die Grenze nach Dänemark und immer gegen Norden …

Gegen Nachmittag kommen wir nach Aalborg und wir beschliessen, durch die Innenstadt zu fahren. Eine nette Stadt, größer, als ich gedacht hatte – kein Ort um mal eben 30 Minuten anzuhalten. An Brücke über den Limfjord ist Verkehrsstau auch am Tunnel der E45, eine Röhre ist geschlossen.

Wir lassen den Stau hinter uns, jetzt sind es nur noch ein paar Kilometer nach Hirtshals, die Sonne scheint – ein gutes Vorzeichen. Am Parkplatz und am Strand vor dem Terminal der Smyrill Line haben sich schon eine Menge Fahrzeuge eingefunden – einige sind echt martialisch – machen die Urlaub oder Überlebenstraining ? Ich werde ein wenig neidisch!

Einige Leute übernachten am Hafen vor der Fähre, wir wollen heute WC und Dusche, daher machen wir uns auf den Weg zum örtlichen Zeltpaltz. Überall in der Stadt gibt es Monster Trucks und aufgepäppelte Wohnmobile. Der Zeltplatz hat 3 Sterne und eine lange Warteschlange an der Rezeption. Wir bekommen einen Nachtplatz damit wir früh zur Fähre rausfahren können – die Schranke öffnet erst um 6:30.

Das Wetter ist jetzt super: 23 °C und Sonnenschein. Wir fahren kurz das Aufstelldach hoch und spazieren auf der Düne über dem Strand entlang in die Stadt. Wir nehmen das erste Restaurant am Platz, sitzen draussen in der Sonne und geniessen ein Abendessen – mehr fast food and high price. 0.5 ltr Bier 55 Kronen, das sind so ca. 8€ – der € ist auf dem tiefsten Stand seit 2 Jahren – das hat man nun davon, Hildegard sagt, dass müsste Frau Merkel auch mal wissen.

Zurück am Zeltplatz mache ich eine Dose Carlsberg Elephant auf: 7.2 %, das gibt die nötige Bettschwere. Morgen stehen wir früh auf, wir wollen uns gegen 6:00 am Fährhafen einfinden.

5:30 klingelt der Wecker, obwohl uns die Belgier nebenan schon um 5 Uhr wach machen – die haben noch mehr Ungeduld. Um 6 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Fährhafen und stellen uns in die Wartereihen. Mit dem Bulli kein Problem: wir kochen Kaffe und frühstücken ganz zünftig. Die Milch und die Salami mußten weg, sowas darf man nicht nach Island einführen.

Alle Mitfahrer müssen aussteigen und zu Fuß an Board – wahrscheinlich will man nicht soviele Menschen im Laderaum haben, die dann anfangen zu packen, weil sie realisieren, dass sie die nächsten 2 Tage nicht mehr ans Auto kommen.

Um 6:45 kam die Fahre an, die Norröna – ein ordentliches Schiff erbaut in der Flender Werft Lübeck 2003. Das Einladen dauert eine ganze Weile – gegen 9:30 (8:30 Schiffszeit – das ist auch die Zeit auf den Faröern) geht es los.

Die Kabine an Board ist ausreichend – zwei Betten übereinander, Fenster, Naßzelle mit Dusche, 2 Schränke, Schreibtisch, Kühlschrank Hocker und Nachttisch. Wir quartieren uns ein, gehen dann auf Deck um das Ablegen aus Hirtshals zu beobachten und holen dann erstmal ein paar Stunden Schlaf nach.

Hafen von Hirtshals